Trachycarpus fortunei x naggy (nanus x wagnerianus)

Was man von dieser Hybride erwarten kann

Da habe ich mir mit der Trachycarpus fortunei x naggy eine echte „Boutique-Hybride“ ausgesucht! Dieser Triple-Hybrid ist so etwas wie der Multivitamin-Saft der Palmenwelt: Er versucht, die besten Eigenschaften von gleich drei Trachycarpus-Arten in einer Pflanze zu vereinen.

Da es sich um eine komplexe Kreuzung handelt, gibt es eine gewisse genetische Streuung, aber ich verrate dir, mit welchen Dominanz-Eigenschaften ich bei dieser speziellen Mischung rechne.

Trachycarpus fortunei x naggy

Der genetische Cocktail: Wer liefert was?

Um zu verstehen, wie dein Hybrid tickt, müssen wir uns die „Zutaten“ ansehen:

  • T. fortunei (Mutter): Bringt die Wüchsigkeit und die allgemeine Robustheit mit. Sie sorgt dafür, dass die Palme nicht im Zeitlupentempo wächst (wie eine reine Nanus).
  • T. naggy (nanus x wagnerianus) Vater:
    • T. wagnerianus (Großeltern): Liefert die legendären steifen, kompakten Blätter. Das sorgt für die Windfestigkeit und den „aufgeräumten“ Look.
    • T. nanus (Großeltern): Die Geheimzutat für extreme Frosthärte und einen kompakten, fast gedrungenen Habitus. Nanus-Gene sorgen oft für eine bläuliche Blattfärbung.

Diese 4 Eigenschaften erhoffe ich mir von der Trachycarpus fortunei x naggy

1. Die „Anti-Zerfledder-Garantie“ (Windfestigkeit)

Das ist der größte Vorteil gegenüber der normalen Hanfpalme. Durch den Einfluss von wagnerianus und nanus sind die Blattsegmente deutlich kürzer und viel steifer. Während eine normale fortunei bei Wind oft zerzaust aussieht, behält dieser Hybrid seine Form. Er ist damit ideal für exponierte Lagen oder windige Dachterrassen.

2. Der „Heterosis-Effekt“ (Wuchskraft)

In der Biologie nennt man das Luxurieren: Hybriden wachsen oft vitaler als ihre reinen Elternarten. Obwohl nanus und wagnerianus eher langsam wachsen, sorgt der fortunei-Anteil dafür, dass die Palme zügig an Masse zulegt. Du bekommst also eine kompakte Optik, ohne 20 Jahre auf den ersten Meter Stamm warten zu müssen.

3. „Eis-Resistenz“ (Frosthärte)

Hier spielt der Hybrid in der obersten Liga.

  • Erwartbare Härte: Etablierte Exemplare vertragen problemlos -12°C bis -15°C.
  • Wurzelhärte: Durch den nanus-Einfluss ist das Rhizom oft etwas kältetoleranter im Bodenfrostbereich als bei einer reinen fortunei.

4. Die „Silber-Blaue“ Optik

Viele dieser Hybriden entwickeln eine sehr attraktive Wachsschicht auf den Blättern. Das Resultat ist ein sattes Dunkelgrün mit einem bläulichen Schimmer oder einer fast weißen Blattunterseite. Die Krone wirkt dadurch viel „edler“ und weniger „struppig“ als die der Standard-Hanfpalme.

Woher bekommt man Samen oder Pflanzen dieser Hybride

Ich hatte das Glück Samen von einem Niederländischen Züchter zu bekommen. Die Samen die ich bekommen haben sahen alle sehr gut aus und ich hoffe, dass diese reichlich keimen werden.

Wenn dass alles so klappt wie „geplant“ kann ich wahrscheinlich 2026/2027 Sämlinge abgeben. Aber erstmal warten, wie sich diese entwickeln.

Das Pflanzentagebuch meiner Trachycarpus fortunei x naggy (nanus x wagnerianus)

Trachycarpus fortunei x naggy

24.01.2026 – Aussaat

  • Ich habe die Samen der Trachycarpus fortunei x naggy immer zu 100 Stück in eine Box ausgesät
  • Temperatur 20-22°C
  • ohne zusätzliche Beleuchtung (nur Raumlicht)

Mein Anzuchtsubstrat

Ich bisher immer reinen Kokoshumus genutzt, musste aber feststellen, dass sich dieses für mich nicht optimal rausgestellt hat. Mir viel dies hauptsächlich beim Keimen von Lichtkeimern wie Agaven und Yuccas auf. Die Wurzel kam nicht leicht in die Erde obwohl ich das Kokohum nie verdichtet habe. Die Wurzeln trockneten dann wenn man nicht aufpasse schnell mal aus. Ich habe dann auf eine Mischung von 2,5-3 Teilen Kokohum mit 1 Teil Perlite umgestellt und teste jetzt wie sich das hier verhält.



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