Butyagrus nabonnandii Litoralis: Die winterharte Maultierpalme
Die Butyagrus nabonnandii ‚Litoralis‘, im Fachhandel als Maultierpalme bekannt, gilt als eine der exklusivsten Palmen für das mitteleuropäische Klima.
Botanisch gesehen ist sie steril (daher der Name „Maultier“), was dazu führt, dass sie ihre gesamte Energie in das vegetative Wachstum steckt. Das Ergebnis ist eine Palme mit einem massiven, imposanten Stamm und weit ausladenden, elegant gefiederten Wedeln, die an eine Kokospalme erinnern.
Die Fiedern sind im Vergleich zur reinen Butia deutlich weicher und glänzender, was ihr ein tief-tropisches Erscheinungsbild verleiht.
Ästhetisch schließt sie die Lücke zwischen den robusten Hanfpalmen und den empfindlichen Tropenpalmen. In der gehobenen Landschaftsarchitektur wird sie als prestigeträchtiger Solitär geschätzt, der mediterranes Flair in Regionen bringt, in denen echte Kokospalmen keine Überlebenschance hätten.
Da jede Pflanze durch manuelle Bestäubung entstehen muss, ist sie eine kostspielige Rarität. Ihr Wert steigt mit jedem Jahr, da sie eine beeindruckende Statur entwickelt und durch ihre Robustheit gegenüber Küstenwinden und moderatem Frost überzeugt.

Steckbrief: Butyagrus nabonnandii ‚Litoralis‘
- Standort: Vollsonne
- Frostverträglichkeit: Mittel bis zu -8°C ❄️❄️
- Winterhärte-Zone: USDA Zone 8b (bis -10°C)
- Wasserbedarf: mittel 💧💧
- Trockentolerant: Nein
- Höhe: 6-9 m
- Breite: 4-6 m
- Wachstumsrate: schnell ↑↑↑↑
- Windtoleranz: mittel ➝➝
- Verwendung: Kübelpflanze, Solitärpflanze
Die Anzucht der Butyagrus nabonnandii ‚Litoralis‘ ist extrem schwierig,
da die Hybridisierung eine sehr geringe Erfolgsquote hat und die Samen oft eine geringe Keimfähigkeit aufweisen.
Die Samen sollten vor der Aussaat für ca. 3 bis 5 Tage in warmem Wasser (ca. 30 °C) eingeweicht werden, wobei das Wasser täglich gewechselt werden sollte.
Als Substrat empfiehlt sich ein sehr durchlässiges Gemisch aus Perlit, Bims und einem geringen Anteil Kokoshumus. Die optimale Keimtemperatur liegt bei konstant **28 °C bis 32 °C**; Bodenwärme ist hierbei zwingend erforderlich.
Die Keimdauer kann sehr frustrierend sein und zwischen 3 Monaten und über einem Jahr liegen. Nach der Keimung benötigen die Sämlinge extrem viel Licht und eine sehr vorsichtige Bewässerung, da sie in der Jugendphase empfindlich auf Wurzelfäule reagieren.
Aufgrund der Seltenheit der Samen werden diese Palmen in Europa meist als junge Containerpflanzen angeboten, die bereits im Gewächshaus stabilisiert wurden. Eine vegetative Vermehrung ist nicht möglich, da die Palme keine Ausläufer bildet.
In der Pflege erweist sich die Butyagrus nabonnandii ‚Litoralis‘ als äußerst wüchsig,
sofern ihre Bedürfnisse nach Nährstoffen und Wasser erfüllt werden. Während der Wachstumsperiode von Mai bis September ist der Wasserbedarf hoch; der Wurzelballen sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, wobei Staunässe durch eine gute Drainage im Substrat absolut zu vermeiden ist.
Als Hybrid mit „Luxus-Metabolismus“ benötigt sie regelmäßige Düngergaben: Ein hochwertiger Palmendünger mit einem hohen Anteil an Magnesium, Kalium und Spurenelementen wie Mangan ist alle zwei Wochen von März bis August empfehlenswert. Magnesiummangel zeigt sich schnell durch gelbe Blattspitzen.
Schnittmaßnahmen sollten sich auf das Entfernen von vollständig braunen, vertrockneten Wedeln beschränken. Es ist ratsam, den Stammfuß frei von Unkraut zu halten, um die Luftzirkulation zu fördern.
Bei Kübelkultur sollte ein sehr schweres Gefäß gewählt werden, da die Palme eine enorme Segelfläche entwickelt und windanfällig sein kann.
Ein Umtopfen ist etwa alle 3 bis 4 Jahre in ein strukturbeständiges Kübelpflanzensubstrat notwendig.
Der ideale Standort für die **Butyagrus nabonnandii ‚Litoralis’** ist vollsonnig, warm und großzügig bemessen.
Um ihre volle Pracht zu entfalten, benötigt sie ein Maximum an direkter Sonneneinstrahlung. Der Boden sollte tiefgründig, sandig-humos und exzellent drainiert sein; ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert ist optimal.
Mikroklimatisch profitiert sie von Standorten, die im Sommer Hitze speichern, wie geschützte Innenhöfe oder Plätze vor hellen Fassaden. Trotz ihrer relativen Windfestigkeit sollten die Wedel vor extremen Sturmböen geschützt werden, um mechanische Schäden an den langen Fiedern zu vermeiden.
In der Gartenplanung fungiert sie als herrschaftlicher Mittelpunkt, der einen Radius von mindestens 4 bis 5 Metern beansprucht, sobald sie etabliert ist.
In Kübelhaltung ist sie eine spektakuläre Erscheinung für große Dachterrassen oder Poolbereiche.
Aufgrund ihres Ursprungs ist sie zudem toleranter gegenüber salzhaltiger Seeluft als viele andere Fiederpalmen.
Butyagrus nabonnandii ‚Litoralis‘ gilt als eine der frosthärtesten Fiederpalmen weltweit.
Etablierte Exemplare vertragen kurzzeitige Temperaturminima von **-8 °C bis -10 °C**, in Ausnahmefällen und bei absoluter Trockenheit sogar bis -12 °C. Dennoch ist in Mitteleuropa ein aktiver Winterschutz ratsam, um Blattschäden zu vermeiden.
Ab -5 °C sollten die Wedel locker zusammengebunden und die Palme bei anhaltendem Frost mit einem Thermovlies geschützt werden. Der kritischste Punkt ist das Palmenherz; dieses muss vor winterlicher Nässe geschützt werden, um Herzfäule zu verhindern.
Ein Regenschutz oder eine Abdeckung des Herzens ist in feuchten Wintern essentiell. Der Wurzelbereich sollte mit einer dicken Schicht aus Rindenmulch oder Stroh isoliert werden.
Bei Kübelpflanzen ist eine Überwinterung in einem kühlen, hellen Raum bei 3 °C bis 10 °C die sicherste Methode. Im Frühjahr muss die Palme langsam wieder an die UV-Strahlung gewöhnt werden, um Sonnenbrand auf den während des Winters schwächer belichteten Wedeln zu vermeiden.
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